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15

Mai

2015

Azubis werden zu "Energyscouts"

Die Azubis staunen über die energieintensive Produktion von Glasflaschen
Die Azubis staunen über die energieintensive Produktion von Glasflaschen

Über 20 Auszubildende aus den Landkreisen Nienburg und Diepholz starteten am 6. Mai ihre Fortbildung zum „Energyscout“, einem neuen Qualifizierungsmodul der IHK Hannover.

 

In insgesamt fünf Workshops werden die Teilnehmer fit gemacht, um zukünftig betriebliche Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen. Die Auszubildenden lernen den Energieverbrauch ihrer Unternehmen zu  analysieren, Grundlagen von Energieerzeugung und -verbrauch, die Planung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen und deren Kommunikation, unter anderem mit Flyern, Plakaten, Aktionstagen und betrieblichem Vorschlagswesen. In einem Praxisprojekt sollen die Auszubildenden konkret den Verbrauch ihres Ausbildungsbetriebes senken oder künftige Effizienzmaßnahmen anstoßen.

Bereits 2014 wurden über 60 Azubis aus 16 Unternehmen aus dem Großraum Hannover zu Energyscouts weitergebildet. „Aufgrund des großen Erfolges liegt es nahe, dass wir auch eine eigene „Energyscoutrunde“ im Landkreis Nienburg anbieten“, so der Geschäftsstellenleiter der IHK in Nienburg, Andreas Raetsch, der das Projekt auch im letzten Jahr schon begleitete. „Die Praxisnähe und die bereits während des laufenden Projektes eingetretenen Einspareffekte für die Ausbildungsbetriebe zeigen welche teilweise unerkannten Energieeinsparpotenziale in vielen Betrieben gehoben werden können“ so Raetsch weiter. Die sechs teilnehmenden Unternehmen aus der Region waren mit ihren Azubis so von der Idee überzeugt, dass nun über 20 „Energyscout-Anwärter“, neben ihrer eigentlichen Berufsausbildung, das Thema Energieeffizienz als weitere Herausforderung angenommen haben. Auf sie warten zum Projektabschluss im Herbst 2015 ein IHK-Zertifikat und eine weitere Auszeichnung für die besten Projektarbeiten.

Der Startschuss fiel am 6. Mai im Hauptsitz der Ardagh Group in Nienburg, einem energieintensiven Hersteller von Glasbehältern für die Getränke- und Lebensmittelindustrie. Denn das Thema Energieeffizienz spielt bei der Ardagh Group eine große Rolle. Im Auftaktworkshop wurden die Grundlagen für die Tätigkeit als Energyscout und das Verständnis für die wichtigsten betrieblichen Energieverbraucher, wie Beleuchtung, Druckluftanwendungen oder Informationstechnologien sowie Kenntnisse von energiesparenden Technologien vermittelt. Weiter wurden die verschiedenen Formen und Anwendungen von Energie dargestellt und verschiedene Energieeffizienztechnologien erörtert.

 

Nach der Theorie folgt üblicherweise die Praxis. Während eines Betriebsrundgangs durch die Produktion der Ardagh Group konnten sich die aus den unterschiedlichsten Ausbildungsberufen stammenden Lehrlinge ein Bild von der Glasproduktion machen.

Der zweite Workshop soll sich mit der Analyse des betrieblichen Energieverbrauchs und dem Umgang mit Messgeräten, wie z. B. einer Wärmebildkamera, oder einem Leckagemessgerät für Druckluftanlagen befassen. Weitere Workshopthemen sind u.a. „Energiesparen am Büroarbeitsplatz“, z. B. bei Beleuchtung, EDV und Heizung. Außerdem werden die Azubis befähigt, ein eigenes Energieeinsparprojekt strukturiert durchzuführen.


Die Workshops finden jeweils in einem anderen Unternehmen statt, so dass möglichst viele unterschiedliche Praxiserfahrungen gesammelt werden können.

 

An Themen mangelt es nicht, denn es gibt viele Möglichkeiten Energiekosten zu senken. Dazu zählen zum Beispiel die Optimierung der Beleuchtung durch neue LED-Technologie oder der Druckluftanlage. Aber auch durch die Änderung des Verhaltens bei Heizung und Klimatisierung oder die Erarbeitung eines Energiespar-Verhaltenskodexes kann der Energieverbrauch der Unternehmen signifikant gesenkt werden.

 

Das Qualifizierungsmodul „Energyscouts“ wird gefördert durch die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz. Die Initiative ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministeriums, der IHK- und HWK-Organisation. Die Initiative soll die Akzeptanz der Energiewende steigern, die Anforderungen der Energiewende an kleine und mittlere Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Gewerbe kommunizieren und die Unternehmen bei der Identifizierung von Einsparpotenzialen beim Energieverbrauch und der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen unterstützen. Ihre Fortführung in den nächsten Jahren ist gesichert und sogar im „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ der Bundesregierung Ende letzten Jahres verkündet worden.

 

Mit dem neuen Qualifizierungsmodul für Auszubildende unterstützt die Industrie- und Handelskammer Hannover Unternehmen, betriebliche Energieeinsparpotenziale zu erschließen. Warum Auszubildende einsetzen? Die junge Generation interessiert sich oft besonders stark für den Umwelt- und Klimaschutz und das Energiesparen. Die Qualifizierungsmaßnahme erhöht zudem die Attraktivität der Unternehmen.

 

Informationen zum Energyscout-Projekt erhalten Sie in der IHK-Geschäftsstelle Nienburg, Marktstr. 1a, 31582 Nienburg (Weser).

Andreas Raetsch

Tel.: (05021) 6023-0

E-Mail: nienburg@hannover.ihk.de


rae, mai 2015

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Kommentare: 6
  • #1

    Christian (Samstag, 17 Oktober 2015 17:05)

    Der Beitrag ist zwar schon etwas her, die Idee des Energyscouts finde ich aber dennoch klasse!

  • #2

    Markus von Stromanbietern (Freitag, 26 Februar 2016 10:12)

    Tolle Idee! Kann ich nur unterstützen!

  • #3

    mike@ewd-concept.eu (Donnerstag, 12 Mai 2016 22:29)

    Der Begriff "Energyscouts" klingt schon etwas merkwürdig, doch was dahinter steckt finde ich in der heutigen Zeit sinnvoll und gut. Gerade in größeren Unternehmen lässt sich doch viel Energie einsparen.

  • #4

    Klaus (Dienstag, 14 Juni 2016 20:40)

    Ich stelle mir die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in großen Unternehmen doch eher schwierig vor. Hier eine gute Schulung und Grundlage durch die IHK ist schon eine feine Sache. Das Erkennen der Maßnahme mag im ersten Schritt wichtig sein, aber häufig scheitert es doch dann an einer sinnvollen Umsetzung bei der alle Teilnehmer frühzeitig abgeholt werden, sodass es zu einem Erfolg wird.

  • #5

    WLAN Thermostat (Samstag, 09 Juli 2016 19:07)

    Es ist wirklich wichtig, Energie zu sparen! Und dass dafür auch junge Menschen motiviert werden, finde ich auch klasse. Sie können wiederum auf andere einwirken. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt. Jeder kann so auch zuhause Energie sparen, wenn er zum Beispiel seine Heizkörperthermostate erneuert auf Geräte, die man automatisch programmieren kann. Damit spart man eine Menge.

  • #6

    Erfolgsnator (Dienstag, 12 Juli 2016 18:37)

    Das ist eine gute Initiative, das Personal im Bereich der Energietechnik zu fördern! Es gibt eine Vielzahl an verschiedenste Energiesparmaßnahmen. Dennoch setzt uns die Physik die Grenzen des Sparens. Aufgrund dessen ist es äußerst wichtig zu wissen, an welchen Stellen es sich lohnt zu sparen und an welchen Stellen eine Sparmaßnahme unnötig ist.

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